Unsere Forderungen für das Regierungsprogramm

Am 26. September wird gewählt, am Wahlprogramm wird jetzt gearbeitet. Das sind unsere Forderungen der Grünen 60plus:

Age-friendly Cities und Communities: Der demografische Wandel, also die höhere Lebenserwartung der Menschen in unserer Gesellschaft schreitet voran. Wir wollen deshalb das Konzept der Age-friendly Cities und Communities auch in Deutschland umsetzen. Große Städte wie London und Montreal oder Kommunen wie Esbjerg (DK) oder Freeport (USA) haben sich dem internationalen Netzwerk aus 1000 Städten und Gemeinden angeschlossen. In Deutschland sind es bisher Radevormwald und Münster. Dort werden gezielt Maßnahmen angestoßen, die das Leben in Stadt und Land für Ältere leichter machen. Und davon profitieren alle Generationen. Es geht um breite Fuß- und Radwege, auf denen sich sicher bewegen kann, fußläufig erreichbares Grün, Bänke zum Ausruhen, Begegnungsstätten ohne Konsumzwang, Mehrgenerationenwohnen, barrierefreie Wohnungen, die auch bezahlbar sind, Wohnraumtausch, ausreichend ambulante Pflege und eine gute Nahversorgung.

Die Altersbilder haben sich verändert, Alter ist sehr divers und darf nicht defizitorientiert, sondern muss potenzialorientiert gedacht werden. Wir wollen selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe soweit und solange es geht.

Altersarmut: Altersarmut ist ein wachsendes Problem und Frauen sind besonders betroffen, da sie oft wegen der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen gar nicht oder nur in Teilzeit erwerbstätig waren.

Aber jede*r hat das Recht auf materielle Sicherheit und gesellschaftliche, politische und kulturelle Teilhabe sowie ein Leben ohne Existenzangst. Dafür braucht es einen starken Sozialstaat, der die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben schafft, Teilhabe aktiv ermöglicht und dafür sorgt, dass niemand durchs Raster fällt.

Digitalisierung: Die digitale Transformation verändert unsere Gesellschaft in großer Geschwindigkeit. Assistenzsysteme in der Wohnung, gesundheitliche Versorgung, Telemedizin, E‑Governance, digitale Kommunikation und Zugang zur Mobilität können Teilhabe, Selbständigkeit und das Wohnenbleiben in den eigenen vier Wänden leichter machen – was die meisten Menschen auch wollen. Besonders ältere Menschen mit wenig Einkommen und nicht so guter Ausbildung sind aber bereits jetzt digital abgehängt. Betroffen sind vor allem Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. Um gegenzusteuern brauchen wir lebenslange Lernmöglichkeiten, gezielte digitale Schulungen für Ältere, kostenfreies WLAN in Pflegeheimen und Service-Wohnungen und für alle anderen, die sich einen Online-Zugang nicht leisten können. Der gehört heute zur Daseinsvorsorge und sollte ein Grundrecht werden.

Pflege: Wir fordern effektive Qualitätskontrollen, stärken ambulante Pflegedienste und bauen kommunale Pflegeberatungsstellen stärker aus. Wir wollen die Entwicklung von Quartierskonzepten, denn gute Pflege wird in Zukunft noch stärker aus einem bedarfsgerechten Mix aus bürgerschaftlichem Engagement, Nachbarschaftshilfe, niedrigschwelligen Angeboten und professionellen Dienstleistungen und Pflege durch Angehörige bestehen. Wir wollen neue Wohnformen fördern, in denen sich alle Generationen durch ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Miteinander im täglichen Leben begleiten und unterstützen können. Wir wollen, dass pflegende Angehörige, die 3/4 der Pflegearbeit in Deutschland leisten, finanziell abgesichert sind. Sie brauchen mehr Unterstützung bei ihrer Arbeit und leichtere Zugänge zu Hilfsangeboten/Hilfsmitteln. Bei der Weiterentwicklung der Gesundheits- und Heilberufe soll die Vermittlung einer kultursensiblen und diversitätsorientierten Haltung im Beruf selbstverständlich sein.

Wohnen im Alter: Wir plädieren für mehr Mehrgenerationenhäuser beim Wohnungsbau, Wohnraumtausch mit Unterstützung, so dass Ältere leichter aus großen Wohnungen ausziehen können, Wohnen-für-Hilfe-Projekte, günstiges Wohnen für Student*innen in Pflegeeinrichtungen,  Alters-WGs, auch für Menschen mit Handicap und/oder Demenz. Inklusion statt Ausgrenzung. Und dies auch nicht nur bei beim Bau von Eigentumswohnungen, sondern auch im Bereich Miete und sozialem Wohnungsbau, damit auch Menschen mit weniger Einkommen solche Angebote nutzen können.

 

 

 

 

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